Onlineveranstaltung - Inputreferate

14. April 2021

Hier finden Sie die Erkenntnisse aus den Inputreferaten der Online-Veranstaltung vom 14. April 2021

Jeff Risom, Head of Innovation Gehl Architects.

  • Wissen ist besser als meinen. Für ein gemeinsames Verständnis davon, was in der eigenen Stadt läuft, aber auch für eine Evaluierung und Überarbeitung von Testmassnahmen braucht es transparente Daten. (Wie verhalten sich die unterschiedlichen Menschen? Was funktioniert, was funktioniert nicht? Welche Angebote in der Stadt könnten sich ergänzen?)
  • Öffentlicher Raum als Stimmungsmacher. In Innenstädten ist dringend mehr Freiraum für Gestaltung, Unterhaltung und emotionale Erfahrungen nötig. Die Geschäfte müssen den öffentlichen Raum beleben können, denn die Atmosphäre ausserhalb des Geschäfts ist für den Erfolg im Geschäft wichtig. Entscheidend ist die richtige Mischung von vielen verschiedenen Angeboten: Gastronomie, Kultur, Unterhaltung, Konsum, Treffpunkten.
  • Kultur als neuer Anker. In diesen Anker muss gemeinsam investiert werden - und zwar auch vom privaten Sektor, von den lokalen grossen und kleinen Unternehmen, deren Mitarbeitende in der Stadt leben und arbeiten. Stichwort: Pooling von finanziellen Mitteln.
  • Von Idee zu Umsetzung. Ideen zu finden ist das kleinste Problem: die Umsetzung zählt. Jede Stadt hat dafür ihre ganz spezifischen Ressourcen und Stärken- diese gilt es anzuzapfen. Der Blick von aussen kann dabei helfen eigene Potenziale wieder besser zu erkennen.

Download der Folien von Inputreferat von Jeff Risom

Lorenzo Kettmeir, Co-Founder Projekt Interim.

  • Leere Gebäude verbrennen die Erde. Gebäude nicht zu vermieten, birgt das Risiko eines Domino-Effektes, bei dem am Ende ganze Strassen entleert werden können. Danach ist der Aufwand, sie wieder zu beleben, viel grösser.
  • Zwischennutzungen für mehr Vielfalt und Abwechslung. Um den Funken zu zünden und eine Aufwärtsspirale anzustossen braucht es kleinere Flächen, oft hybride Nutzungen, die für kürzere Zeiten vermietet werden. Das macht sie zu Test-Nutzungen (indem junge Unternehmer eine Chance erhalten), die es zu fördern lohnt. Wünschbar ist, dass dabei ein Ökosystem entsteht, in welchem sich die einzelnen Nutzungen gegenseitig befruchten.
  • Kurzfristiger Verzicht, aber langfristiges Investment für den Ort. Der Aufwand für den Zwischennutzungs-Betrieb ist relativ hoch, deshalb ist die kurzfristige Rendite tief. Zwischennutzungen sollten sich aber langfristig positiv auf einen Standort auswirken, denn nebst dem positiven Marketing-Effekt können Initialnutzer auch zu Pioniernutzern werden. Wenn ein Zwischennutzer-Unternehmen erfolgreich werden kann, zahlt es später höhere Mieten. Manchmal zieht das Unternehmen vielleicht um, oft aber bleibt es in der gleichen Strasse oder Stadt.

Download der Folien von Inputreferat von Lorenzo Kettmeir

Philipp Keel, Gründer von Collectors Velo-Hausliefer- und Recyclingdienst

  • Wachsendes Bedürfnis: Der Velo-Hauslieferdienst ist ein Angebot für Kunden, die nicht Autofahren können oder wollen oder die nicht «Schleppen» möchten oder können, da sie vielleicht betagt sind oder nach dem Einkauf noch weiterflanieren möchten. Die Nachfrage nach dieser Art des Einkaufens nimmt zu.
  • Soziales Engagement im Blick. Das Angebot schafft niederschwellige Arbeitsplätze im Bereich von sozialen Institutionen, die aus gesellschaftlicher Sicht sehr wertvoll sind. Die Projekte Olten und Solothurn waren nach wenigen Jahren selbsttragend. Zu Beginn wurden sie von den Städten und von privaten Firmen unterstützt.
  • Beziehungsarbeit. Mit Initiativen wie Collectors wird soziales Kapital geschaffen - Beziehungen zwischen Kunden und Geschäften, Kunden und Collectors-Mitarbeitenden aber auch innerhalb eines Orts werden aufgebaut und bilden eine langfristige Verbundenheit und Identifikation mit der eigenen Stadt.

Download der Folien von Inputreferat von Philipp Keel